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Auch ohne Höhenflug bleibt der Blick nach vorne: BTV Aarau unterliegt Lugano

Autorenbild: Carmen Schneider
Carmen Schneider
vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit
Marina Baumli und Mille Kjosas BTV Aarau am Block  | Maddie Boerstra Volley Lugano im Angriff | Foto: Andreas Beckmann
Marina Baumli und Mille Kjosas BTV Aarau am Block | Maddie Boerstra Volley Lugano im Angriff | Foto: Andreas Beckmann

Ausgerechnet an diesem Abend musste Maskottchen Eagy krankheitsbedingt die Flügel hängen lassen. Und auch für die NLA Frauen des BTV Aarau wollte es gegen Lugano nicht so richtig abheben. Nach drei überzeugenden Saisonauftritten erwischten die Aarauerinnen einen schwierigen Abend und mussten sich den starken Tessinerinnen mit 0:3 geschlagen geben. Doch wer glaubt, dass sich die Aufsteigerinnen davon den Wind aus den Segeln nehmen lassen, kennt dieses Team schlecht.


Manchmal läuft einfach nicht alles nach Plan. Die Vorbereitung stimmt, die Motivation ist da, die Vorfreude auf den nächsten Auftritt in der höchsten Schweizer Volleyballliga ist gross. Und dann kommt ein Abend, an dem der Ball partout nicht so fliegen will, wie man es sich vorgestellt hat. Selbst Eagy, das gefiederte Maskottchen des BTV Aarau, musste krankheitsbedingt passen. Ob der fehlende Glücksbringer seine Flügel im Spiel hatte? Darüber lässt sich schmunzeln. Fest steht: Auch auf dem Feld fehlte den Aarauerinnen an diesem Abend der gewohnte Höhenflug.


Ein umkämpfter Auftakt mit Luft nach oben


Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Zwar gerieten die Aarauerinnen im ersten Satz früh mit zwei bis drei Punkten in Rückstand, liessen sich aber nicht abschütteln und kämpften sich immer wieder heran. Die Begegnung blieb lange offen, auch wenn auf beiden Seiten noch reichlich Sand im Getriebe steckte.


Statt spektakulärer Angriffsschläge bestimmten vor allem Eigenfehler das Geschehen. Lugano agierte in den entscheidenden Momenten etwas abgeklärter, ohne dabei selbst ein offensives Feuerwerk zu zünden. Aarau hielt dagegen, konnte seine Chancen jedoch zu selten konsequent nutzen. Mit 20 erzielten Punkten bewiesen die Gastgeberinnen, dass sie durchaus mithalten konnten. Am Ende fehlte jedoch das letzte Quäntchen Durchschlagskraft, um den Satz auf die eigene Seite zu ziehen.


Wenn Lugano den Turbo zündet


Im zweiten Durchgang zeigten die Tessinerinnen dann, weshalb sie ein ernst zu nehmender Gegner in der Nationalliga A sind. Mit druckvollen Services und einem starken Block setzten sie die Aarauerinnen zunehmend unter Druck. Besonders in der Annahme geriet der BTV ins Straucheln, was den Spielaufbau erschwerte und die Angriffsmöglichkeiten einschränkte.


Beim Zwischenstand von 3:11 war der Rückstand bereits beträchtlich. Doch wer den BTV Aarau kennt, weiss: Aufgeben gehört nicht zum Repertoire dieser Mannschaft. Die Spielerinnen versuchten weiterhin, Lösungen zu finden, kämpften um jeden Ball und suchten nach Möglichkeiten, wieder ins Spiel zu kommen.


Lugano blieb jedoch konsequent, nutzte seine Chancen und liess sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Mit 13:25 ging der zweite Satz deutlich an die Gäste.


Neue Energie, alter Kampfgeist


Nach der zehnminütigen Pause hiess es für Aarau: Köpfe hoch, durchatmen und nochmals alles geben!

Mit frischem Elan und dem festen Willen, die Partie nochmals spannend zu machen, kehrten die Aarauerinnen aufs Feld zurück. Doch Lugano hatte wenig Interesse daran, den Gastgeberinnen eine Aufholjagd zu ermöglichen. Bereits nach wenigen Ballwechseln lagen die Tessinerinnen erneut mit mehreren Punkten vorne.


Trotzdem gab es sie, diese Momente, in denen das Potenzial der Aarauerinnen aufblitzte. Gelungene Einzelaktionen, umkämpfte Ballwechsel und der ungebrochene Wille, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Doch an diesem Abend wollte aus diesen Lichtblicken kein anhaltender Spielfluss entstehen.


Lugano präsentierte sich insbesondere im zweiten und dritten Satz als die konstantere Mannschaft und brachte den 3:0-Erfolg souverän nach Hause.


Ein Rückschlag, aber kein Beinbruch


Natürlich hatten sich die NLA Frauen des BTV Aarau mehr erhofft. Nach drei überzeugenden Auftritten zum Saisonstart war die Enttäuschung entsprechend spürbar. Hinzu kamen die Absenzen von Sarah, Abby und Adi, die die Ausgangslage zusätzlich erschwerten. Doch Ausreden sucht man bei den Aarauerinnen vergebens.


Vielmehr gehört auch dieser Abend zum Abenteuer Nationalliga A. Als Aufsteiger misst sich der BTV Aarau Woche für Woche mit starken Gegnerinnen und sammelt dabei wertvolle Erfahrungen. Dass in der höchsten Schweizer Spielklasse selbst kleine Unsicherheiten konsequent ausgenutzt werden, zeigte Lugano eindrücklich.


Entscheidend ist jedoch nicht, ob man einmal ins Stolpern gerät, sondern wie man danach wieder aufsteht. Und genau darin liegt eine der Stärken dieser Mannschaft: im Zusammenhalt, im gegenseitigen Vertrauen und in der Bereitschaft, gemeinsam an Herausforderungen zu wachsen.


Flügel richten, Krone aufsetzen, weiterfliegen!


Lange Zeit, um Trübsal zu blasen, bleibt ohnehin nicht. Bereits nächste Woche wartet mit dem Heimspiel gegen Franches die nächste Gelegenheit, vor eigenem Publikum wieder an die starken Leistungen der vergangenen Wochen anzuknüpfen.


Bis dahin heisst es: analysieren, trainieren, neue Energie tanken und mit einer ordentlichen Portion Vorfreude nach vorne schauen.


Und wer weiss? Vielleicht ist bis dahin auch Eagy wieder putzmunter und bereit, die Aarauerinnen mit seinen Flügeln zu beflügeln. Denn eines ist sicher: Nur weil man einmal nicht abhebt, hat man noch lange nicht verlernt zu fliegen.


 
 
 

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